Wenn eine Kanzlei neue Software auswählt, lautet eine der ersten Fragen, wo die Software laufen soll. Im Internet begegnet man oft der vereinfachten Ansicht, die Cloud sei immer unsicher oder der eigene Server immer sicher. Beides stimmt nicht. Sicherheit hängt davon ab, wie ein System eingerichtet und gewartet wird – nicht nur davon, wo es steht.
Worin der Unterschied liegt
Cloud bedeutet, dass der Anbieter Anwendung und Infrastruktur betreibt. Die Kanzlei meldet sich über den Webbrowser an; Updates und Datensicherungen sind Teil der Leistung.
Eigener Server bedeutet, dass die Anwendung auf einer Infrastruktur installiert wird, die die Kanzlei oder das Unternehmen kontrolliert: eigener Server, Private Cloud oder virtueller Server. Die Kanzlei entscheidet, wo die Daten liegen, wer Netzwerkzugriff hat und wie Datensicherungen erstellt werden.
Vergleich
| Cloud | Eigener Server | |
|---|---|---|
| Einstieg | Schnell, ohne Hardwarebeschaffung | Server und Netzwerk müssen vorbereitet werden |
| Wartung | Beim Anbieter | Bei der Kanzlei oder einem beauftragten Partner |
| Updates | Zentral, automatisch | Nach vereinbartem Plan |
| Datensicherungen | Teil der Leistung | Nach eigener Strategie |
| Datenstandort | Infrastruktur des Anbieters | Standort nach Wahl der Kanzlei |
| Zugriff von außen | Über das Internet | Auf Wunsch nur aus dem internen Netz |
| Integrationen | Verfügbare Integrationen des Dienstes | Zusätzlich interne Systeme |
Wann die Cloud eine gute Wahl ist
- Die Kanzlei hat keinen eigenen IT-Support und möchte sich nicht um einen Server kümmern.
- Die Anwälte arbeiten oft außerhalb der Kanzlei – bei Gericht, bei Mandanten oder von zu Hause.
- Ein schneller Start ohne Hardwarebeschaffung ist wichtig.
- Die Kanzlei möchte, dass Datensicherungen und Updates als Teil der Leistung erledigt werden.
Wann ein eigener Server eine gute Wahl ist
- Die Organisation hat interne Vorgaben zum Datenstandort oder zum Netzwerkzugriff.
- Es gibt ein IT-Team oder einen Partner, der die Infrastruktur betreut.
- Die Software soll an interne Systeme angebunden werden, etwa in der Rechtsabteilung eines größeren Unternehmens.
- Der Zugriff soll auf das interne Netz beschränkt sein.
Wichtig: Ein eigener Server ist nicht automatisch sicherer. Ein Server, der nicht aktualisiert wird und keine geprüften Datensicherungen hat, ist ein größeres Risiko als ein gut gewarteter Dienst.
Fragen, die Sie dem Anbieter stellen sollten
- Wo genau liegen die Daten, und in welchem Land?
- Wer erstellt die Datensicherungen, wie oft, und wie wird die Wiederherstellung getestet?
- Wie werden Berechtigungen vergeben, und werden wichtige Aktivitäten protokolliert?
- Wie läuft der Wechsel von einem Modell zum anderen, wenn sich die Anforderungen ändern?
- Wie erhalte ich alle meine Daten, wenn ich den Dienst nicht mehr nutze?
Sie sind unsicher, welches Modell zu Ihnen passt?
Beschreiben Sie uns Ihre Kanzlei und Ihre Infrastruktur – wir schlagen Ihnen ein Modell vor.
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